Suffizienz als Strategie des Genug – und Strategie gegen rechts!

von Tabea Schünemann

Genug für alle – so haben wir das Fachwort Suffizienz für uns als Initiative gefüllt und gedeutet.

Es geht um nichts Geringeres als um eine Utopie, die im Jetzt beginnt und Menschen solidarisch zueinander bringt. 

Genug für alle ist eine Strategie – also ein Plan, wie wir mit Sicherheit zur Sicherheit kommen.
Sicherheit brauchen wir und die geballte Kombination aus einem „Genug für alle“ mit einer Energie-, Verkehrs- und Ernährungswende kann uns dahin bringen. 

Die Krise der Benzinpreise zeigt: Abhängigkeit von fossilen Energien und ihren Auto-Kraten ist unfair, teuer und rückwärtsgewandt. Drei Schlagworte, die auch die aktuelle Klimapolitik der Bundesregierung beschreiben. Eigentlich kein Wunder, an Stelle der Union würde ich auch lieber meinen Großspendern nach der Pfeife tanzen, um an der Macht zu bleiben. Leider macht sie das undemokratisch und unwählbar. Abwählen können wir die Grauen Herren ja aber zum Glück wieder, nicht wahr, Viktor? 

Die Menschen werden sich aber nur von AfD und der rechten CDU abwenden, wenn wir ihnen wirklich etwas entgegensetzen. Eine eigene Vision anbieten. Eine eigene Politik umsetzen. Eine Politik des Genug für Alle. Genug Wohnraum, genug Zeit, genug Essen. Ohne Angst, dass irgendwer einem was wegnimmt. Denn: Alle neonazistischen Wutbürger*innen können einmal durchatmen: Wir haben genug von all dem! Dass es unfair verteilt ist, damit haben sie ja recht. Nur wo unser Wohlstand liegt, da irren sie sich gewaltig. Nämlich bei denen, die für ihr Geld nicht gearbeitet haben, nichts für unser Land tun und dem Staat auf der Tasche liegen – genau, bei den Überreichen. 

Die gute Nachricht ist: Es ist genug für alle da. Wir können aufhören mit der sinnlosen Produktion unter schlechten Bedingungen, von Dingen, die nicht glücklich, sondern Müll und Mühe und Klimakrise machen. 

Wir können auch anders. Wir können solidarische Menschen sein, die teilen, tauschen, reparieren, sich Zeit lassen und lieben. 

Dieses System ist in seiner Spätphase. Das aktuelle Modell ist nicht zukunftsfähig und ich sehe so viele mutige, hoffnungsvolle kreative Menschen mit mutigen, hoffnungsvollen, kreativen Ideen für eine gerechtere Welt. 

Wenn die Ressourcen klimabedingt knapp werden, wenn wir weiter Spielball der Fossilen bleiben, wenn unsere Regierung dem Ganzen nur mit Angst und Tankrabatten begegnet, dann gewinnen die Menschen, die diese Angst organisieren. Wir müssen ehrlich sein: Es muss sich alles verändern, aber wir können das gemeinsam und solidarisch machen. Wir müssen nicht die Mauern hochziehen um unsere vermeintlichen Goldhaufen, wir müssen nicht auf alle schießen, die genauso einfach überleben wollen wie wir. Wir können unsere Wirtschaft so organisieren, dass sie unsere Bedürfnisse deckt. Dann müssen wir auch keine Angst haben. Erst, wenn Menschen das Genug in ihrem eigenen Leben spüren, werden sie aufhören, nach unten zu treten. Wenn es eine solidarische Alternative gibt zu Konkurrenz und zu einem „immer mehr“, das uns alle zerstört, werden sie ihre Ellbogen einfahren und die Hände ausstrecken. Fangen wir doch damit an. 

 

Erste Hilfe gegen rechts – meine aktuellen persönlichen Lieblings-Maßnahmen gegen die Ohnmacht: 

  • Vernetze & engagiere dich lokal -> Nachahmung empfohlen: mit unser Klimainitiative entsteht gerade in Bergisch-Gladbach ein „Wohnzimmer der Demokratie“ (mehr dazu hier: https://klimagerecht-leben.de/schluss-mit-der-man-muesste-mal-gesellschaft) 
  • Spende Geld an lokale Demokratieprojekte, etwa mit dieser Campact Aktion gegen die AfD bei den anstehenden Landtagswahlen: https://aktion.campact.de/rechtsextremismus/no-afd-fonds/spenden?dv=10-25-50-75-100&utm_campaign=empf1&utm_content=1411&utm_medium=recommendation&utm_source=rec-wa&utm_term=inside_flow
  • Wie sieht es an deinem Arbeitsplatz aus? Wie demokratisch ist deine Arbeit organisiert? Erlebe Selbstwirksamkeit und Solidarität statt Spaltung, indem du dich in deiner Gewerkschaft mit anderen für bessere Arbeitsbedingungen einsetzt.
  • Setze deine eigenen, progressiven Themen im Gespräch und auf Social Media: Abgrenzung ist natürlich wichtig, aber ich will über die echten Krisen reden, nicht die eingeredeten.
  • Jetzt schon an 2029 denken: welche Person aus deinem Umfeld willst du zum Demokratie & Klima-wählen bei der Bundestagswahl bewegen? Welche Wahlen stehen sonst an bei dir? 
  • Geh zu den Prüf-Demos: Die Idee: „Wir demonstrieren in allen Landeshauptstädten so lange, bis der Bundesrat beim Bundesverfassungsgericht
    die Überprüfung aller vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall oder gesichert rechtsextrem eingestuften Parteien beantragt hat.“ https://pruef-stand.de/
  • Gestehe dir selbst ein: du kannst nicht alles machen. Auch dein eigenes Genug ist wichtig. Pausen sind antikapitalistisch im Kern. Und: Wir dürfen Fehler machen. Wirklich. Wir dürfen Grenzen haben. Such dir eine Sache aus, für die du brennst, anstatt mit Instagram in Ohnmacht zu verfallen. 
  • Übe dich in Zivilcourage: höre deinen Rassismus-Betroffenen friends zu, lies auch als Mann ein feministisches Buch und widersprich der verbalen Gewalt in der Straßenbahn. Übe mit deinen friends, was ihr machen würdet, wenn ihr in der Öffentlichkeit rassistische Gewalt etc. mitbekommt. Wir werden gebraucht!
  • Und natürlich: setze dich mit uns gemeinsam für eine Politik und Gesellschaft des Genug ein. Informiere dich, sprich mit anderen darüber, vernetze dich mit uns und anderen und werde so aktiv, wie es dir entspricht. ☺ 
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